Was ist Ultraschall?

Unter Ultraschall sind Schwingungen zu verstehen, die sich oberhalb der für das menschliche Ohr liegenden Hörgrenze befinden, also höher als 20.000 Hz. Ultraschall entsteht, wenn hochfrequente elektrische Schwingungen in mechanische Schwingungen umgewandelt werden. Ultraschallwellen breiten sich in den Weichteilen des Körpers aus. Die so in den Körper gebrachte Energie bewirkt, dass jedes Teilchen des beschallten Körpers in Schwingung versetzt wird. Dabei wird ein Teil der aufgenommenen Energie in Wärme umgesetzt.

Wirkungen des Utraschalls

Allgemein werden folgende Wirkungen des Ultraschalls unterschieden:

1) Mechanische Wirkung

Die permanent wechselnden Über- und Unterdruckphasen verursachen im Gewebe minimale Formveränderungen der Zellen und erzeugen so eine tiefenwirksame Mikromassage.

 

  • Förderung des Zellstoffwechsels, der Durchblutung und der Sauerstoffversorgung
  • Förderung von Diffusionsprozessen
  • Abtransport von Abbauprodukten des Stoffwechsels aus Zellen und Gewebe durch erhöhte Membrandurchlässigkeit
  • Aktivierung des Lymphflusses
  • Stimulation der Fibroblastentätigkeit im Bindegewebe
  • Auflockerung der obersten Hautschichten

2) Thermische Wirkung

Die Ultraschallschwingungen erzeugen Reibung und damit eine Gewebeerwärmung.

 

  • Durchblutungssteigerung
  • Gefäßerweiterung und Stärkung des Gefäßprofils
  • Stoffwechselaktivierung
  • Lymphflussförderung
  • Erhöhung enzymatischer Aktivitäten – Muskelentspannung

3) Biochemische Wirkung

Aktivierung einer Vielzahl von biochemischen Reaktionen.

  • Steigerung der ATP-Aktivität als wichtigster Energielieferant des Zellstoffwechsels
  • Erhöhung der Durchlässigkeit der Zellmembranen
  • Hemmung Bindegewebe abbauender Enzyme
  • Stimulation Fibroblastentätigkeit im Bindegeweb

4) Phonophorese

Leichteres Einbringen von Wirkstoffen in tiefere Hautschichten aufgrund von Diffusionsverbesserung durch wechselnden Ultraschalldruck.

Anwendungsspektrum des Ultraschalls

Ultraschallanwendungen eignen sich bei folgenden Hautbildern/-zuständen – vor allem im Rahmen einer Kuranwendung:

  • Falten – Spannkraft- und Elastizitätsverlust
  • Unreine Haut
  • Strapazierte, müde, schlecht durchblutete Haut
  • Atrophische Haut – Empfindliche, irritierte Haut
  • Gefäßlabile Haut – Atrophische Narben / Aknenarben
  • Dehnungsstreifen / Striae – Cellulite

 

In Absprache mit dem behandelnden Arzt eignen sich Ultraschallanwendungen ideal zur Vor- und Nachsorge bei chirurgischen Eingriffen, wie z. B. Lidstraffung, Face Lifting, Injektionen und Liposuction, bzw. vor und nach medizinischen Laseranwendungen. In vorgegebener Behandlungsanzahl und -frequenz können Ultraschallanwendungen die OP-Ergebnisse optimal unterstützen.

Kontraindikationen

Generell dürfen nur gesunde Menschen mit Ultraschall behandelt werden. In bestimmten Fällen ist eine Ultraschallbehandlung kontraindiziert.

Die nachfolgenden Auflistungen nennen die bekanntesten Kontraindikationen (Quelle: Iontocomed): Ultraschall darf an keiner Stelle des Körpers angewendet werden, wenn folgende Erkrankungen oder Zustände vorliegen:

 

  • Herzkrankheiten und Herzschrittmacher
  • Krebs, Krebsbehandlungen und maligne (bösartige) Tumore bzw. bei Verdacht auf maligne Tumore – Erkrankungen des Nervensystems, wie Parkinson, Epilepsie, Multiple Sklerose
  • Implantierte Insulinpumpe
  • Generelle Kontraindikationen:
  • Schwangerschaft, Stillzeit
  • Bakterielle Infektionen (z. B. Furunkel, Karbunkel, Tuberkulose)
  • Fieberhafte Zustände und akute Entzündungserscheinungen (z. B. Sonnenbrand)
  • Im Bereich von Hautschädigungen (z. B. offene Wunden, Entzündungen)
  • Frische Operationsnarben (Absprache mit dem Arzt)
  • Gefäßerkrankungen, wie z. B. Thrombosen – Störungen der Blutgerinnung
  • Körperbereiche mit schweren Durchblutungsstörungen
  • Bei Metallimplantaten im zu behandelnden Bereich
  • Bei Körperbehandlungen:
  • Akutes Gelenkrheuma
  • Vor kurzem durchgeführte Röntgen- oder Wirbelsäulentherapie Im Zweifelsfall sollte immer Rücksprache mit dem behandelnden Arzt gehalten werden.